Verdrehte Welt

Haus auf dem Kopf

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Dieses hellblaue Haus auf der Ostsee-Insel Usedom ist kein gewöhnliches. Es steht nämlich auf dem Kopf: das Dach unten am Boden, das Fundament oben in der Luft. Und auch im Inneren sieht es nicht anders aus – Möbel, Deko und sogar Spielsachen hängen verkehrt herum an der „Decke“. Ein Kunstwerk, das nur mit Klebstoffen möglich ist.

Die Idee für das ungewöhnliche Gebäude kam den beiden Bauherren Klaudiusz Golos und Sebastian Mikiciuk als sie in Orlando ein ähnliches Haus besichtigt hatten. Davon inspiriert entstand in Deutschland das erste Kopfüber-Haus auf Usedom. Täglich kommen Besucher, um die witzigsten Fotos zu machen: Von der Decke aus ins Klo eintauchen, ein Handstand auf dem Tisch oder einfach an der Decke entspannen – in diesem Haus ist das möglich.

Foto: © Monique Deichen

Klebstoffe besiegen die Schwerkraft

Da die gesamte Einrichtung an der „Decke“ befestigt ist, musste zuerst einmal die Schwerkraft überwunden werden. Dafür wurde viel geschraubt, gebohrt und vor allem eins: geklebt. Heißklebepistolen waren meist unpraktisch, sodass die Konstrukteure häufig auf Klebefolien oder doppelseitiges Klebeband zurückgegriffen haben. Die schweren Möbel verkehrt herum anzubringen war eine besondere Herausforderung. Sie mussten doppelt gesichert werden: Mit Sekundenklebstoff wurden Schrauben an Ort und Stelle gehalten, die Möbel angebracht und für einen besseren und sicheren Halt zusätzlich mit Montageklebstoff fixiert. Das einzige, was in dem Haus korrekt eingebaut wurde, sind die Treppen. Sie ermöglichen Besuchern den Zugang zum „Erdgeschoss“, das sich natürlich hier in der oberen Etage befindet.

Klebstoff: Ein treuer Helfer

In dem Haus befinden sich viele verschiedene Gegenstände. Besucher, darunter natürlich auch Kinder, berühren diese immer gerne. So passiert es fast täglich, dass sich etwas löst oder abfällt. Das muss natürlich schnell wieder befestigt werden – mit Klebstoff. Wer das verdrehte Haus selbst erleben möchte, kann sich unter www.weltstehtkopf.de informieren.

Titelbild: © Monique Deichen