Klebstoffe im Rahmungs-
 und Vergoldungsprozess

Goldrichtig eingerahmt

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Bilder können faszinieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Gemälde von Gerhard Richter
oder Jörg Immendorf handelt. Aber auch die Werke der vielen unbekannten Künstler*innen verdienen Aufmerksamkeit. Für den Erhalt und die Wirkung der Bilder ist die Rahmung entscheidend – und wer es extravagant mag, kann sich den Rahmen sogar noch vergolden lassen.

Anita Greve bei der Arbeit mit Weizenkleister und Japanpapier. © Foto: fb.com/allesmuenster / Michael Bührke

Die Bildeinrahmerin:
Wertvolle Kunstwerke erhalten und sie vor Schaden bewahren – dieser Aufgabe widmen sich Bildeinrahmer*innen wie Anita Greve.

Anita Greve hat schon viele Objekte eingerahmt: Handtaschen, Puppen, Kinderkleider oder ganz klassisch Bilder und Fotos – nichts scheint bei der Bildeinrahmerin unmöglich. Und eben diese Abwechslung ist es, die sie an ihrem Beruf so fasziniert: „Jedes Bild ist anders, hat eine andere Geschichte und wurde aus einem anderen Material gefertigt. Es ist spannend zu sehen, wie es durch einen Rahmen verändert und vervollständigt werden kann.“ Dabei mache es für sie keinen Unterschied, ob es sich um eine einfache Einrahmung im Wechselrahmen oder eine aufwändigere konservatorische Anfertigung handelt. Denn jedes Kunstwerk habe seinen individuellen und persönlichen Wert. Tatkräftige Unterstützung erhält Anita Greve bei ihrer täglichen Arbeit von einem speziellen Klebstoff: einem selbstgekochten Kleister aus destilliertem Wasser und Weizenstärke. Mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7 hat er eine ausgezeichnete Klebkraft und lässt sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen. In Kombination mit einem dünnen und zugleich stabilen sowie reißfesten Japanpapier kann ein Kunstwerk ohne Schaden fixiert werden – zum Beispiel in einem Passepartout, das einen Teil des später eingerahmten „Sandwichs“ ausmacht. Je nach Größe scheint das Bild dann im Ausschnitt zu schweben.

© Foto: Anke Kurz

Die Vergolderin:
Wer Extravaganz mag kann Bilderrahmen auch vergolden lassen – das ist der Job von Vergolderinnen wie Anke Kurz. Mit unterschiedlichen Klebstoffen und Blattgold verleiht sie Rahmen das gewisse Etwas.

Was Anke Kurz an ihrem Beruf fasziniert: die Vielfalt und Kreativität der Arbeiten sowie die Materialien selbst. „Jedes Werkstück ist für mich bis zur Fertigstellung spannend. Es ist immer wieder schön, das Ergebnis anzuschauen. Denn jedes Werkstück hat seinen individuellen Werdegang“, erklärt sie. Neben Gold oder Silber spielen auch Klebstoffe eine wichtige Rolle im Vergoldungsprozess – sie sind unmittelbarer Träger der aufzubringenden Blattmetalle. Wichtig: Je nach Untergrund kommen dabei unterschiedliche Klebstoffe zum Einsatz. Beispielsweise sind für die sogenannte Polimentvergoldung von Holz oder Stuckrahmen, also saugende Untergründe, Hautleime sowie technische Gelatine nötig. Diese werden nach der Kreidegrundierung auf dem Rahmen aufgetragen, getrocknet und vor dem Anbringen des Blattgoldes mit einer Mischung aus Alkohol und Wasser benetzt. Abschließend kann der trockene Rahmen poliert, lackiert, patiniert oder abgetönt werden – je nachdem, was zum Bild passt. Übrigens: Neben Bilderrahmen können auch „Zierde“ an Möbeln und Wänden, Wetterhähne, Metallgeländer und sogar Legoritter vergoldet werden. „Einmal kam ein circa zehnjähriger Junge mit seinen Eltern zu uns und wollte seinen Legoritter vergoldet haben. Seine Eltern sagten ihm, dass er das dann von seinem Taschengeld bezahlen müsste. Nach kurzer Bedenkzeit hatten wir den Auftrag, seinen Legoritter zu vergolden“, erzählt Anke Kurz.

Titelbild: © Anke Kurz

 

Zur Person:
Anita Greve lebt mit ihren drei Kindern in Münster. Seit dem 18.11.2017 ist sie als geprüfte Bildeinrahmerin selbstständig. Zuvor hat sie in Galerien und im Bilderrahmengroßhandel gearbeitet. Neben ihrem Beruf engagiert sie sich ehrenamtlich an Schulen und arbeitet mit Kindern im Kunstunterricht.

Anke Kurz bei der Vergoldung eines Rahmens. © Foto: Anke Kurz

Zur Person:
Anke Kurz wurde 1968 in Stuttgart geboren. Nach einem Praktikum beim Restaurator Bernd Bauer begann sie eine Lehre bei Claudia Bachofer als Vergolderin, die sie 1993 mit dem Gesellenbrief abschloss. Heute arbeitet sie im Angestelltenverhältnis sowie freiberuflich und bietet Vergolder-Kurse an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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