DNA-Klebstoff legt Dieben das Handwerk

Geheimcode in Kupferkabeln

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Kabelklau wird zum Problem. Die Schäden türmen sich in Milliardenhöhe. Die Deutsche Bahn hat die Nase voll und geht in die Offensive. Mit künstlicher DNA im Klebstoff soll Langfingern das Handwerk gelegt werden.

„Sehr geehrte Damen und Herren, auf dieser Strecke kommt es leider zu Verzögerungen durch Kabelklau.“
Was sich nach einer faulen Ausrede anhört, ist für die Deutsche Bahn bitterer Ernst. Steigende Rohstoffpreise haben die Zahl der Kabelklau-Fälle in den vergangenen Jahren in die Höhe schnellen lassen. Die materiellen Schäden belaufen sich jährlich auf mehr als 10 Millionen Euro – Tendenz steigend. Von den Einbußen durch verspätete Züge und verärgerte Fahrgäste ganz zu schweigen.
Um das Problem „Kabelklau“ in den Griff zu bekommen, geht die Deutsche Bahn offensiv gegen die Diebe vor. Manko bislang: Gestohlene Metalle lassen sich von gekauften nicht eindeutig unterscheiden. Ein Klebstoff mit künstlichen DNA-Markierungen hilft bei der Identifizierung.

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Hightech gegen Diebstahl: Die Deutsche Bahn beschichtet Kabel, Schienen und Stromkabel mit DNA-Klebstoff und markiert sie damit.
Foto: © Deutsche Telekom

So kennzeichnet DNA-Klebstoff das Diebesgut

Im Labor wird künstliche DNA hergestellt. Sie besteht aus denselben vier Basen, aus denen sich menschliche DNA zusammensetzt: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Die künstliche DNA wird zusammen mit einem UV-fluoreszierenden Stoff und kleinen codierten Kunststoffplättchen Klebstoff beigemischt. Er ist das Trägermaterial der innovativen Hightech-Masse und basiert in der Regel auf Acryl-Urethan: gesundheitlich unbedenklich, unempfindlich gegenüber Sonnenlicht und Lösemitteln.
Die Deutsche Bahn beschichtet mit diesem DNA-Klebstoff Kabel, Schienen und Stromkabel und markiert sie damit. Wer sie ins Ausland verkauft, muss damit rechnen, dass ihr Weg mit Hilfe der DNA-Spuren zurückverfolgt werden kann und Hinweise auf den Täter gibt. Diebe können sie auch nicht einfach entfernen. Zum einen wird der Klebstoff nach der Aushärtung extrem hart. Zum anderen ist er für das bloße Auge nicht sichtbar. Erst unter Schwarzlicht leuchtet er. Immer mehr Polizisten sind deshalb mit speziellen handlichen UV-Lampen ausgerüstet, die die künstliche DNA erkennen. Das ermöglicht ohne große Untersuchung den Nachweis, ob es sich bei der Ware um Diebesgut handelt.

Titelbild: © Deutsche Telekom