Was Bienen aus Gelée royale herstellen

Ein Klebstoff für die Königin

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Vorbild Natur! Viele Tiere und Pflanzen setzen Klebstoffe ein, die häufig mit unseren modernen eng verwandt sind. Ein Beispiel für Klebstoffanwendungen in der Natur: Gelée royale. Bislang hauptsächlich als Futtersaft bekannt, mit dem Bienen ihre zukünftigen Königinnen aufziehen. Es gibt eine weitere Eigenschaft. Sie sichert das Überleben der Königin und somit des ganzen Bienenvolkes.

Gelée royale sorgt dafür, dass die Larve der Königin um einiges größer wird, als die der Arbeiterbienen. Deswegen passt sie allerdings auch nicht mehr in eine übliche Wabe im Bienenstock. Die clevere Lösung: Eine extra für die Königin angefertigte Brutzelle wird unterhalb des Bienenstocks befestigt. Damit der königliche Nachwuchs nicht aus der Zelle herausfallen kann, muss das Nest natürlich gut abgedichtet und die Königin festgeklebt werden. Für diesen Zweck stellen die Bienen einen eigenen Klebstoff her.

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Bienen stellen ihren eigenen Klebstoff her. Foto: © rupbilder – Fotolia.com

Und das geht so:

Gelée royale bildet sich in der Futtersaftdrüse der Arbeiterbienen. Innerhalb der Drüse ist es noch komplett flüssig. Durch den sinkenden PH-Wert im Drüsenkanal dickt es ein und verwandelt sich in eine Art Sirup. Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konnten feststellen, dass sich die volle Klebstoffqualität danach bei einem leicht sauren PH-Wert von 4.0 entwickelt. Dafür wird das Gelée royale mit einem Sekret aus der Oberkieferdrüse der Tiere vermischt. Der Säuregehalt wird so weiter angehoben, bis ein zäher Klebstoff entsteht. Die Bienen produzieren also ihren eigenen Zweikomponentenklebstoff, mit dem sie die royalen Schützlinge sicher am Bienenstock festkleben.

Titelbild: © rupbilder – Fotolia.com