Unverwüstliche Banknoten

Das Geheimnis eines Überlebenskünstlers

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Ob Kochwäsche, Backofen, Säurebad, Katzenkrallen oder Rotwein – Geldscheine sind heutzutage fast unzerstörbar. Warum ist das so?

Dass Geldscheine in offenem Feuer nicht brennen, ist eine Legende – und deshalb keinesfalls zum Ausprobieren empfohlen. Dennoch überleben moderne Geldscheine die härtesten Foltermethoden. Das beweist der Münchner Banknotendrucker Giesecke & Devrient in seinen mehr als 50 Härtetests.
Von der Kochwäsche bei 90 Grad Celsius über Säurebäder und Backofenaufenthalte bis zur Malträtierung durch Katzenkrallen – in der hauseigenen Qualitätssicherung muss das Zahlungsmittel so einiges aushalten.

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Foto: © EZB – Europäische Zentralbank

Das Geheimnis eines Überlebenskünstlers

Bereits seit dem Jahr 960 n.Chr. ist in der chinesischen Historie der Gebrauch des Papiergeldes verzeichnet. Doch die Chinesen verwendeten kein richtiges Papier zur Herstellung ihrer Geldscheine. Sie fertigten das Zahlungsmittel aus einem Gemisch aus Baumrinde, Hanf und Stoffresten an, um es reißfester und langlebiger zu machen.
Ähnlich verhält es sich mit den heutigen Banknoten. Sie erhalten ihre Festigkeit durch Baumwolle – genauer gesagt durch die kurzen Samenhaare der Baumwollpflanze, die gepresst und mit Füll-, Farb- und Klebstoff vermischt werden.
Unter anderem sorgen also Klebstoffe dafür, dass aus Baumwolle scheinbar unverwüstliche „Papierbögen“ entstehen, die dann in die Notendruckereien und schließlich unsere Portemonnaies gelangen.
Zu den Neuheiten beim Gelddruck gehören übrigens „Hybrid-Banknoten“ mit einem Kern aus Baumwolle, der mit Folie überzogen wird. Vorteil dieser Technik ist unter anderem, dass Flüssigkeiten von der Oberfläche abperlen und die Banknoten nicht leicht eingerissen werden können.

Fünf Jahre für hohe Noten

Wie lange eine Banknote lebt, hängt vor allem vom Wert des Geldscheins ab. Kleine Geldscheine wie der Fünf- oder Zehn-Euro-Schein werden viel benutzt und angefasst. Deshalb haben sie die kürzeste Lebensdauer: Im Schnitt werden sie nach sechs Monaten von der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Verkehr gezogen.
Deutlich länger, nämlich rund zwei Jahre, sind 50-Euro-Noten im Umlauf. Am längsten leben die hohen Banknoten mit einem Wert von 200 oder 500 Euro. Sie heißen im Expertenjargon „Saving notes“ (Sparbanknoten), weil sie überwiegend im Tresor oder der Brieftasche aufbewahrt und kaum beansprucht werden. Durchschnittlich sind diese Geldnoten fünf Jahre lang im Einsatz.

Fazit: Erst dank Klebstoffen werden Banknoten zu Überlebenskünstlern.

Titelbild: © EZB – Europäische Zentralbank