Klebstoffe und Kunstrasen

Damit die Nähte sitzen

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Der Einsatz von Kunstrasen hat das Hockeyspiel beeinflusst. Weil der künstliche Bodenbelag deutlich belastbarer und ebenmäßiger ist als Naturrasen, ermöglicht er taktisch anspruchsvollere Spielsysteme. Bei der Verlegetechnik sorgt Klebstoff dafür, dass die einzelnen Bahnen fest miteinander verbunden bleiben.

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Foto: © Pressefoto BASF

Bereits in den 70er Jahren hielt der künstliche Bodenbelag Einzug auf die Plätze des Hockeysports. Der machte das Spiel deutlich schneller und dadurch auch populärer. Heute findet Spitzenhockey fast ausschließlich auf gewässertem Kunstrasen statt. Die Vorteile gegenüber der natürlichen Variante sind beträchtlich: Nicht nur der Pflegebedarf ist geringer und die Belastbarkeit höher, der Platz kann auch problemlos bei schlechter Witterung bespielt werden. Saisonale Zwangsunterbrechungen des Trainings oder der Wechsel in die Halle bleiben damit aus.
Material und Anbringung – das sind die Faktoren, die den künstlichen Bodenbelag für den Sport so wertvoll machen. Die vielen unzähligen Garne der Kunstrasensysteme bestehen aus widerstandsfähigem Polypropylen, Polyethylen oder Polyamid und sind mit geringer Höhe bei hoher Dichte auf der Trägerfläche angeordnet. Diese Systembauweise ist wichtig, da die Oberfläche des Rasens darüber entscheidet, wie gerade und schnell der Ball läuft, also wie Traktion, Rotation und Beschleunigung funktionieren. Je ebenmäßiger das Spielfeld, desto geringer die Stockfehler und präziser die Ballkontrolle.

Kunstrasen verlegen

Auf ungebundenen Tragschichten wie Sand, Schotter oder Erde erfolgt die Verlegung des Kunstrasens schwimmend, also nicht direkt auf den Untergrund geklebt. Für eine ebene Fläche sorgt eine mit der Walze verdichtete Ausgleichsschicht aus Hartgestein-Brechsand oder Mineralschotter. Darauf wird der Kunstrasen in mehreren, drei bis fünf Meter breiten Bahnen gelegt, die durch scheinbar unsichtbare Nahtbänder verbunden werden. Im Endergebnis müssen die einzelnen Bahnen wie ein kompletter grüner Rasenteppich fest aneinanderhalten und dürfen nicht verrutschen. Das heißt: Die Nähte müssen sitzen!
Daher werden die Ränder der Rasenbahnen auf die Nahtbänder aufgeklebt, die mit einem lösemittelfreien Zweikomponenten-Klebstoff auf Polyurethan-Flüssigharzbasis bestrichen sind. Besondere Eigenschaften des Klebstoffs: leichte Verarbeitbarkeit, optimaler und dauerhafter Halt sowie Witterungsbeständigkeit. Das Auftragen erfolgt mithilfe einer speziellen Klebmaschine, die eine exakt bemessene Klebstoffmenge auf die gesamte Breite des Nahtbandes abgibt, ohne auf die Tragschicht zu gelangen. Dieses Verfahren wird fortgesetzt, bis das gesamte Feld bedeckt ist. Jetzt fehlt nur noch die Linienmarkierung. Auch hier kommt der Zweikomponenten-Klebstoff zum Einsatz. Er hält die weißen Kennzeichnungen sicher auf dem Boden. Ob ein kräftiger Schlag mit dem Hockeyschläger oder das spieltypische Rutschen über den Boden – die geklebten Kunstrasennähte sitzen fest!

Titelbild: © jauson – Fotolia.com